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Die älteste Mitgliederliste des Trittauer Gesangvereins beginnt 1873, das älteste
noch vorhandene Protokollbuch 1876. In diesem Jahre wurde der Anschluss an den "Stormarn`schen
Sängerbund" beschlossen. Die derzeitigen Vorsitzenden des Vereins waren auch die
letzten Vorsitzenden des Vereins dieses Bundes. Mehrere Stormarn`sche Sängerfeste
fanden in Trittau statt. Nach der Auflösung verblieb die Fahne im Besitz des Trittauer
Vereins. Dr. Bauer vom Trittauer Gesangverein war Mitbegründer des am 10. Juni 1862
durch einen Zusammenschluss norddeutscher Vereine gegründeten "Niedersächsischen
Sängerbund". Dieser Tag gilt als Geburtstag des heutigen "Sängerbundes Schleswig-Holstein".
Neben den Aktivitäten kam die Geselligkeit im Verein nicht zu kurz, so wurden bei
Sängerveranstaltungen auch Theaterstücke aufgeführt. Bis 1880 wurden die Kreissängerfeste
stets in Trittau abgehalten. Die Feier begann um 14.00 Uhr in einem großen Zelt
auf dem Terrain des 1627 von Wallenstein eingeäscherten Dorfes Lütjendorf, dem heutigen
Sängerberg. Die Tradition, auf dem Sängerberg zu singen, wurde 1989 vom Trittauer
Gesangverein wieder aufgenommen. Das Singen soll möglichst jährlich am " Tag des
Liedes" festgesetzt werden. Die zahlreichen Medaillen und Fahnenbänder weisen auf
die rege Teilnahme an den Schleswig-holsteinischen und Deutschen Sängerfesten hin.
Der Verein erhielt auf dem großen Sängerfest in Wien die Schubert-Medaille und 1937
in Breslau die Medaille der Reichsregierung. Als Vorsitzende sind zu nennen: Advokat
Brede, Rentmeister Harders und Mühlenbesitzer Holst, der 1900 zum Ehrenvorsitzenden
ernannt wurde. Es folgten Dr. Boyens, 1912 Kaufmann Holländer und 1919 Kaufmann
Ostmann. Das dritte Gausängerfest des Gaues VI des "Sängerbundes Nordmark", welches
aus Anlass des 90-jährigen Bestehens des Vereins in Trittau stattfand, wurde unter
Führung
Ostmanns
zu einem gelungenen Fest gestaltet. Ostmann verstarb 1935 an den Folgen eines Unfalles.
Bäckermeister H. Siemers übernahm die Vereinsführung, die Vorsitzenden wurden zu
dieser Zeit "Vereinsführer" genannt.Die "100-Jahrfeier" wurde 1943 kriegsbedingt
im internen Kreise begangen. Der Vertreter vom Kreis 2 des Deutschen Sängerbundes,
Karl Deck aus Lübeck, überreichte eine Ehrenurkunde. 1947 wurde die Vereinstätigkeit
unter dem "Backmeister" wie H. Siemers von den Sangesbrüdern genannt wurde wieder
aufgenommen. Chorleiter wurde der Musiker W. Friese aus Grande, 1951 folgte dann
Kirchenmusikdirektor. H. Maguhn aus Quickborn und 1954 Ingenieur E. Hoepfner. H.
Siemers, nach der Übergabe des Vorsitzes an KarI Harten, wurde 1952 zum Ehrenvorsitzenden
ernannt, er verstarb 1966. Unter der Regie von Karl Harten wurde das" 100-jährige
" Stiftungsfest 1953
zu
einem schönen Fest gestaltet. Geschmückte Wagen der Landesmannschaften wurden im
Festzug mitgeführt. Das Jubiläumskonzert fand auf der Wiese statt, wo sich heute
die Tennisplätze befinden. Auch in den nächsten Jahren war der Verein sehr aktiv,
neben den Kreissängerfesten nahm er an den Deutschen Sängerbundfesten teil. Zur
Geselligkeit wurden die beliebten Sängermaskeraden durchgerührt. Die Forderung des
Chorleiters, den Verein in einen gemischten Chor umzubilden, wurde vom Vorstand
abgelehnt. Der Gesamtvorstand trat 1957
zurück.
Bei der Neuwahl übernahm A. von Fransecky den Vorsitz, den er 1959 an Werner Johansen
abgab. Der Verein, geschwächt durch den Abgang mehrerer Sänger, die zum neu gegründeten
Gemischten Chor wechselten, konnte von ihm wieder gefestigt und durch Neuzugänge
stabilisiert werden. Alfred Rughase, der schon seit 1946 den MGV Lütjensee leitete,
konnte 1959 als Chorleiter gewonnen werden. Dem Verein wurde im Mai 1960 die vom
Bundespräsidenten verliehene Zelterplakette für über 100-jähriges Bestehen und Verdienste
um die Pflege der Chormusik und des Deutschen Volksliedes in Schwabstadt überreicht.
Der Vorsitzende W. Johannsen nahm die hohe Auszeichnung aus der Hand des Schleswig
Holsteinischen Kultusminister Osterloh entgegen (Carl-Friedrich Zeiter, 1758 bis
1832 ein Freund Goethes war der Gründer der ersten Liedertafel). A. Rughase strebte
einen größeren Klangkörper an. So wurde 1960
ein
gemeinsames Konzert mit dem MGV Lütjensee in "Holländers Gasthof" aufgerührt. In
den nächsten Jahren übernahm er auch die Chöre in Hoisdorf und Großhansdorf. Durch
seine Initiative schlossen sich die vier Chöre 1964 zur "Chorgemeinschaft Stormarn`sche
Schweiz“ zusammen. Die Gründung wurde im Gasthof "Stormarn`sche Schweiz" vollzogen,
der dem Chor den Namen gab. Die 4. Vorsitzenden zeichneten verantwortlich für den
Zusammenschluss. Im Gründungsprotokoll wurde festgehalten, daß die Vereine ihre
Selbstständigkeit behalten sollen. Der Chor mit nunmehr über 100 Sängern, bildete
den Klangkörper, den sich A. Rughase gewünscht hat. Der Erfolg zeigte sich bei den
Konzerten 1966 und 1967
in
der Hamburger Musikhalle, wo der Chor einen guten Eindruck hinterließ. In den Heimatorten
der 4 Chöre wurden von nun an in jedem Jahr die beliebten Herbstkonzerte veranstaltet.
Der Gesangverein beging im Mai 1968 sein
125-jähriges
"Stiftungsfest in einem sehr festlichen und feierlichen Rahmen", so ist es im Buch
„Kommunale Arbeit in Trittau“ durch Hr. Hergenhahn festgehalten. Ein endlos scheinender
Umzug bewegte sich durch den Ort zum Festzelt auf dem Schützenplatz. Alle Trittauer
Vereine und Verbände nehmen daran teil. Aufsehen erregte der vierspännige Bierwagen
der Holsten Brauerei, der erstmals in Trittau vorgeführt wurde. Das Festkonzert
wurde von 25 Chören gestaltet. Auf einer internen Gründungsfeier am 05. März stifteten
die Frauen der Sänger einen Tischbanner, die Nachbildung unseres wertvollen Banners.
Das erste Tischbanner, welches 1934 vom Sangesbruder R. Ollenschläger gestiftet
wurde, ging durch die Besatzung der Engländer verloren (wahrscheinlich als Souvenir
mitgenommen). Am Jubiläumstag 12.05 wurde am „Burgkrug“ eine Bronzetafel enthüllt,
die an die Gründung erinnert.
Von 1971 bis
1977
hatte Uwe Behnsen den Vorsitz inne. Durch seine Aktivität konnte er einige junge
Sänger für den Verein gewinnen. Helmut Girnuweit übernahm von ihm bis 1985 den Vorsitz,
auch er wirkte stabilisierend und aufbauend im Verein. 1973 wurde K. Harten zum
Ehrenvorsitzenden ernannt, er verstarb am 28.06.1990 im 85. Lebensjahr. 1991 wurde
dann W. Johansen zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Eine Konzertreise 1973 in den Harz
war für die Sänger ein großes Erlebnis. Der Verein war weiter sehr aktiv. 1976 nahm
er mit der Chorgemeinschaft am 17. Chorfest des DSB in Berlin teil (gesungen wurde
in der Gropiusstadt, in der Kindl-Festhalle und vor dem Rathaus in Neukölln). 1979
wurde eine Einladung des Bundestagsabgeordneten W. Zywietz angenommen, auf der Bundesgartenschau
in Bonn zu singen. 1981 fuhr der Verein zur" 100 Jahr Feier des Ostseebades Dahme
und wirkte bei dieser Veranstaltung mit (übertragen durch den NDR). 1979 wurde die
erste Langspielplatte "Sing man to" in der Trittauer Sporthalle aufgenommen, eine
zweite LP "20 Jahre Chorgemeinschaft Stormarn`sche Schweiz" wurde aus Aufnahmen
unser Konzerte produziert.
Mit
diesen beiden LPs wurde die Arbeit von A. Rughase eindrucksvoll dokumentiert. Er
verstarb plötzlich nach dem Konzert 1983 in Großhansdorf, für unseren Verein, wie
Tür die Chorgemeinschaft, war sein Tod ein unsagbarer Verlust. Aus dieser unglücklichen
Lage befreite uns Heinz Jung, den wir als neuen Chorleiter gewinnen konnten. Mit
ihm fanden wir einen würdigen Nachfolger für A. Rughase. Durch seine Dynamik hat
er das schwere Amt 4 Chöre zu leiten, hervorragend gemeistert. Der Trittauer Gesangverein
wurde gebeten, an den Verschwisterungsfeiern des Amtes Trittau teilzunehmen. So
fuhr die Chorgemeinschaft 1973 & 1981 nach Le Loroux Bottereau, um diese zu umrahmen .
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